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Neue, moderne Hightech-Ausstattung in der Geriatrie

VR-Brille und Joysticks ermöglichen spielerische Therapie

12. September 2018, Krankenhaus St. Johannisstift

Der 73-jährige Werner Friedrich, Patient in der Geratrie hat die virtuelle Realität bereits getestet und ist überzeugt. "Es ist wirklich irre und sagenhaft, was dank dieser Technik möglich ist". Nach mehrere Herz-Operationen fiel ihm das Laufen schwer und er hatte große Angst. "Die Übungen in dieser anderen Welt haben mir wieder ein sicheres Gefühl gegeben".

Mathias Obwioslo, Leitung der Physio- und Ergotherapie, erklärt den Erfolg der neuen Technik: "Dank Imersion (eintauchen) vergessene Patienten nahezu, wo sie sind und können oft Bewegungen ausführen, die sie sich in der realen Welt nicht zutrauen. Mit Übungen in der virtuellen Welt bauen die Patienten Muskeln auf und das Schmerzgedächtnis sowie das Einschränkungsbewusststein wird quasi überschrieben". Er ist begeistert von den neuen Möglichkeiten dieser modernen Technik und freut sich, die Innovation am St. Johannisstift einsetzen zu können.

In verschiedenen Apps, die auf dem Computer installiert werden, können die Therapeuten zwischen verschiedenen Aufgaben wählen, die individuell auf die Genesungsförderung des jeweiligen Patienten abgestimmt sind. Im Fall von Werner Friedrich dienten die Aufgaben dem Muskelaufbau, der Koordinations- und Gleichgewichtsschulung sowie dem Ausdauertraining. So bewegte er virtuell Steine von einer auf die andere Seite und stapelte sie aufeinander. Sein Stand ist bei der Übung stabil, da er sich sehr stark konzentriert. Auch einen virtuellen Tennisschläger bekommt Werner Friedrich in die Hand. Früher hat er gerne Tennis gespielt und freut sich über die Gelegenheit, mal wieder ein paar Bälle zu schlagen. Die Übungen begonenn zunächst im Sitzen, konnten dann aber auch schon im Stehen getestet werden. Nach 10 Minuten war der Ausflug in die virtuelle Welt beendet. "Das war ganz schön anstrengend. Wenn ich daran denke, wie unsicher und wackelig ich auf den Beinen war, als ich hier angekommen bin. Das ist schon überwältigend, was mir hier alles geboten wird". Auch Ausflüge in Unterwasserwelten, nach Florida via google earth oder in die Paderborner Innenstadt hat er bereits dank VR gemacht.

"Die Therapieeinheiten von VR sind relativ kurz, da es für die geriatrischen Patienten schon sehr aufregend ist, sich mit Brille und Joysticks in dieser doch fremden Welt zu verhalten. Wir achten sehr darauf, dass sie sich nicht aus lauter Begeisterung überschätzen. Und natürlich gibt es noch viele andere Therapieformen, die wir hier durchführen, um die Genesung voranzutreiben. Die virtuelle Welt ist nur eine Therapieform von vielen", erklärt Nadine Genius, Ergotherapeutin im Ev. Krankenhaus St. Johannisstift.

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