Alle Artikel

Schließung Geburtshilfe

Der Kreißsaal im St. Johannisstift muss Ende Februar aufgrund von Personalmangel geschlossen werden

18. Februar 2022, Geburtsbereich

Schließung Geburtshilfe

Der Kreißsaal im St. Johannisstift muss Ende Februar aufgrund von Personalmangel geschlossen werden

St. Johannisstift muss Geburtshilfe mangels Personal Ende Februar schließen

Der Kreißsaal im St. Johannisstift muss Ende Februar aufgrund von Personalmangel geschlossen werden. Die Verantwortlichen sehen sich jetzt gezwungen, diese Konsequenz zu ziehen. Der die gesamte Gesundheitsbranche betreffende Fachkräftemangel habe hier zu einer besonders schwierigen Situation geführt. Insbesondere in den geburtshilflichen Abteilungen in Deutschland sind fehlende Fachkräfte oft ein Problem.

Die Situation in der Geburtshilfe des St. Johannisstift gestaltete sich seit der 3-wöchigen Abmeldung des Kreißsaals, aufgrund von akuten Personalausfällen, im September 2021 schwierig. Leider haben die umfassenden Bemühungen, die Personalsituation zu stabilisieren, nicht den gewünschten Erfolg gebracht. "Wir können eine sichere Begleitung der werdenden Eltern unter der Geburt nicht mehr gewährleisten und sehen uns gezwungen, diese schwere Entscheidung zu treffen“, erklärt Ute Panske, Geschäftsführerin des Krankenhauses St. Johannisstift. „Es ist sehr schmerzhaft, dass dieser Schritt jetzt notwendig wird, denn unsere Geburtshilfe mit dem hebammengeführten Kreißsaal hat im St. Johannisstift eine lange Tradition. Darauf sind wir sehr stolz“, bringt auch Martin Wolf, Vorstandssprecher im St. Johannisstift, seine Betroffenheit zum Ausdruck.

Bevor nun die Reißleine gezogen werden musste, war im Sinne der Schwangeren, Wöchnerinnen und Neugeboren nach einer konstruktiven übergreifenden Lösung zwischen den Paderborner Geburtshilfen gesucht worden: Die Verantwortlichen des St. Johannisstift waren dafür auf die St. Vincenz-Kliniken zugegangen. Dies bestätigt Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings: „Das St. Johannisstift bat um personelle Unterstützung, um die Geburtshilfe im St. Johannisstift aufrecht erhalten zu können.“ Man habe daraufhin sofort einen Stab mit allen Verantwortlichen aus der Frauenklinik St. Louise und der Geburtshilfe des St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten einberufen, um alle Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.

„2021 war für uns an beiden Standorten in Paderborn und Salzkotten das geburtenstärkste Jahr in der Geschichte unseres Krankenhauses – und damit für das Team in allen Bereichen der Geburtshilfe eine sehr intensive Zeit“, blickt Dr. Düllings zurück. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie seien auch im eigenen Klinikum die Personalkapazitäten stark ausgelastet. „Wir bedauern dies sehr, doch es ist uns nicht möglich, dem St. Johannisstift ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen, um die geburtshilfliche Versorgung dort dauerhaft sicherzustellen“, so Düllings.

Enge Zusammenarbeit im Sinne der Schwangeren
Trotzdem müssen sich Schwangere im Kreis Paderborn keine Sorgen um eine gute geburtshilfliche Versorgung machen: Die Verantwortlichen beider Krankenhäuser arbeiteten eng und lösungsorientiert an Konzepten, die allen Frauen eine sichere Entbindung gewährleisteten. „Seitens des Johannisstifts unterstützen wir alle Schwangeren, die ab Anfang März ihre Geburt in unserer Geburtshilfe geplant hatten, diese in die Nachbarkrankenhäuser zu verlegen“, beschreibt Ute Panske die enge Zusammenarbeit der beiden Krankenhäuser. Die Geburtshilfe des St. Johannisstift steht mit den 20 angemeldeten Schwangeren im persönlichen Kontakt. Darüber hinaus wurde ein Infotelefon eingerichtet (Telefon 05251 / 401 205). Düllings ergänzt: „Wir werden alle notwendigen Maßnahmen veranlassen, um eine gute Versorgung der Schwangeren in der Frauenklinik St. Louise und dem St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten sicherzustellen.“ Insbesondere die Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus biete gute räumliche Reserven.

Sorgen um eine Beschäftigung müssen sich die Mitarbeitenden der Geburtshilfe des St. Johannisstift nicht machen. Die St. Vincenz-Kliniken bieten an, Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung eng abzustimmen.

Erst anrufen, dann losfahren!

„Um unsere bestehenden Kapazitäten bestmöglich nutzen zu können, ist es für uns wichtig, dass die Frauen erst im Kreißsaal anrufen, bevor sie sich mit einsetzender Wehentätigkeit auf den Weg in die Klinik machen“, gibt Christine Schmücker, leitende Oberärztin der Geburtshilfe, einen wichtigen Hinweis. „Dies ermöglicht es uns, bestmöglich zu planen und die Räumlichkeiten der beiden Standorte optimal zu nutzen – insbesondere dann, wenn es einmal knapp werden sollte.“ Unter den unten folgenden Telefonnummern sollen die Frauen sich melden.
„Wir sind überzeugt davon, dass wir unter diesen Voraussetzungen den größten Teil der Geburten aus dem St. Johannisstift in unseren Kliniken gut und sicher begleiten können“, betont Chefarzt Prof. Dr. Michael Patrick Lux. „Trotzdem können wir kurzfristig nicht ausschließen, dass wir in wenigen Einzelfällen werdende Mütter in andere Geburts-Kliniken im Umfeld verweisen müssen.“

 

Kontaktnummern für Schwangere:

Info-Telefon St. Johannisstift:
05251 / 401 205
Anmeldung zur Geburt:
Frauen- und Kinderklinik St. Louise: 05251/86-4190
St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten: 05258/10-311


Kreißsaal:

Frauen- und Kinderklinik St. Louise: 05251/86-4190
St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten: 05258/10-0